Geschafft: Er ist im Fernsehen 11. Mai 2007
Veröffentlicht von the rockSR in : Aufreger , trackbackUPDATE - 11.05.2007 - 21:50 Uhr - Beitrag der Tagesschau (siehe unten)
Es ist kaum zu glauben! Heute am 11.05 zeigt der, für knallhart recherchierte, journalistische einwandfreie Beiträge bekannte, Sender Pro7 im Boulevard-Nachrichtenprogramm “Pro7 Newstime” einen Bericht über die Studie von Pfeiffer! Wie am 08.05 geschrieben: Pfeiffer kommt zu Wort und sagt (festhalten, unerwartete Aussage) die USK schätzt Spiele falsch ein (sinngemäß).
Es ist einfach unglaublich, wie berechenbar die Medien sind. Der Beitrag lief genau so ab, wie vorhergesagt. “Eine neue Studie belegt…” etc. Alle inhaltslosen Floskeln des Halbwissens-Journalismus waren enthalten. Es war einfach alles darin, was die absolute Unfähigkeit jener Berichterstatter zeigt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Leute das hauptberuflich machen.
Volker Bouffier (CDU), Volker Beckstein (CSU) sind in dem Beitrag zu Wort gekommen. Ihre bekannten, sachlichen Argumente zum Thema Videospiele waren bis heute schließlich unbekannt. Andere Meinungen? Die USK wolle sich laut Kommentar nicht äußern. Tatsächlich? Ich habe da anderes gehört. Objektivität und ein Grundverständnis des Jugendschutzes in Deutschland sind allerdings Voraussetzung dafür, dass in dem Beitrag auch auf eine andere Meinung eingegangen wird. Über Pfeiffer und dessen zwielichtige Studie wurde in dem gesamten Beitrag nicht ein kritisches Wort verloren.
Entschuldigung, aber ich muss nochmal hinterfragen: Die USK kommentiert die Studie nicht und hat keine Meinung zu der Person Prof. Dr. Pfeiffer?
“Alle USK-Gutachter haben eine tiefgehende Qualifikation durch regelmäßige Fortbildung und lange Prüfpraxis. Das KFN ist keine kompetente Stelle im Bereich des Jugendmedienschutzes und kann auf keinerlei Forschungserfahrung verweisen. Auch wenn Herr Pfeiffer sich inzwischen als Computerspielexperte präsentiert, in den Einzelheiten erweist es sich immer wieder, dass er lediglich den Blickwinkel des Betrachters hat und die Kompetenzen von Kinder und Jugendlichen absolut unterschätzt.” (Gerald Jörns, Diplompädagoge und Gutachter der USK, 4players)
Das Ganze zeigt nur einmal mehr, wie berechenbar die Medien in Deutschland sind. Unkritisch, nichts hinterfragend, einseitig darstellend, gekennzeichnet durch Subjektivität und Lügen.
Auf typisch-lächerliche Kommentare und Ausschnitte des Beitrags möchte ich nicht näher eingehen. So diente (natürlich) unter anderem ein indizierter Titel dazu, den lücken- und mangelhaften Jugendschutz in Deutschland zu dokumentieren. Irgendwie absurd.
Das ist ein Thema bei dem wir uns echt auskennen, alle Hintergründe und Personen einordnen können. Doch was ist nun, wenn Wirtschaft und Politik Hauptthema der Nachrichten sind? In den Bereichen kenne ich mich fachlich weit weniger aus. Was spricht denn dafür, dass diese Beiträge besser recherchiert und weniger subjektiv sind? Soll man tatsächlich glauben, dass nur Beiträge über Videospiele beim Zuschauer einen bestimmten Eindruck und eine gezielte Meinung hervorrufen sollen? Dem ahnungslosen TV-Konsumenten kann man einfach alles einreden. Er kennt doch die Hintergründe ohnehin nicht exakt.
Sobald das Video auf Youtube zur Verfügung steht, verlinke ich es.
UPDATE - 11.05.2007 - 21:50 Uhr - Beitrag der Tagesschau
Auch die ARD zeigt im, als seriös geltendem, Nachrichtenprogramm der Tagesschau einen Beitrag zur neuen Studie unseres Freundes Herrn Pfeiffer. Darin äußert sich Pfeiffer auf einer Pressekonferenz. Er finde es unglaublich, dass zwölfjährige in einem Videospiel töten während das Blut auf dem Bildschirm spritzt.
Da kann ich Ihnen nur zustimmen! Sofern Sie es noch nicht mitbekommen haben Herr Pfeiffer - die Institution der USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle) prüft ein solches Spiel bevor es auf dem deutschen Markt veröffentlicht wird. Enthält jenes Spiel Szenen, die ihrer überaus brutalen Umschreibung ähnlich sind, so würde dieses Stück Software mindestens die Alterseinstufung “Freigegeben ab sechzehn Jahren” erhalten.
Auch im Beitrag unserer öffentlich-rechtlichen Freunde wurde dem Zuschauer die Ansicht der USK vorenthalten. Auf Initiatoren der Studie wird nicht eingegangen. Dem aufmerksamen Zuschauer dürfte es allerdings nicht entgangen sein, dass zufällig Herr Beckstein ein geladener Gast auf der Pressekonferenz war. Dieser sagte, Indizierungen seien nicht ausreichend, schließlich könnten die Spiele noch immer aus dem Internet bezogen werden (das hat zwar nichts mit einer Indizierung zu tun - er spricht wohl im Bezug auf illegale Tauschbörsen), daher, so Beckstein, müsse ein Verbot her. Damit wären dann Spiele komplett aus dem Internet verschwunden, oder wie? Dies zeigt einfach nur die Ahnungslosigkeit der agierenden Politiker und die unsachgemäße Diskussion des Themas. Das Internet ist plötzlich verantwortlich dafür, dass Kinder illegal an Spiele kommen? Man kann viele illegale Dinge über das Internet beziehen, dies steht doch aber nicht im Kontext zur aktuellen Diskussion um die USK? Und warum ist etwas illegal? Genau! Weil bereits Gesetze existieren, die den Handel mit Illegalem untersagen. Warum denn mehr fordern, wenn das Existierende absolut ausreichend ist? Möchten sich etwa gewisse Leute politisch profilieren?
Auch wenn der Beitrag der ARD verglichen mit den Berichten der Privatsender weitaus weniger Einseitig war, so fehlte dennoch die kritische Betrachtung der Studie vollständig. Die Inhalte der Pressekonferenz wurden nahezu unbearbeitet an den Zuschauer weitergereicht, ohne eine sachliche Einordnung in den Kontext. So wurde zum Beispiel die USK kritisiert, weil sie eng mit der Industrie zusammen arbeite. Beim Zuschauer soll der Eindruck erweckt werden die USK sei nicht unabhängig. Doch wird vorenthalten, dass Prüfer der USK sehr erfahrene Pädagogen sind, die nicht in der Industrie beschäftigt sein dürfen. Selbstverständlich wird hingegen nicht erwähnt, wie unglaublich unabhängig das KFN, geileitet von Christian Pfeiffer, eigentlich ist. Dieses bezieht nämlich Fördergelder des Landes Niedersachsen, jenes Bundesland, welches den CDU Innenminister Schünemann stellt. Pfeiffer führt die Studie im Auftrag eines Politikers durch, dessen Land die Institution Pfeiffers mitfinanziert. Moment? Und die USK soll etwa weniger unabhängig sein, weil sie mit der bösen Industrie kooperiert?
Schade, dass auch dieser Beitrag auffällig einseitig recherchiert ist.
Allerdings gab es dann doch ein kleines Happy End: so hieß es am Ende des Beitrages, dass auch Elternverantwortung notwendig ist, um Jugendschutz effektiv durchzusetzen. Das ist doch echt ein tolles Schlusswort.
Kommentare»
Hab den heut auch schon auf RTL2 gesehen, wohl einem der seriösesten Sender im deutschen Fernsehn (oh gott bei dem Satz konnt ich mirs lachen nicht verkneifen). Des macht einen echt Stinkwütend, weil man sich so machtlos vorkommt. Auch mein Vertrauen in die Berichterstattung der Deutschen Medien ist dahin. Finds vorallem Schokierend das die Öffentlich-rechtlichen sowas bringen. Obwohl, eigentlich wars ja schon klar das die Deutschen Medien zum Himmel stinken. Jüngstes Indiz: Knut! Sorry, aber wie kann man wochenlang über nen behinderten Eisbären berichten (wärs wenigstens ein Waschbär gewesen). Ich dacht mir nur irgendwann: “gibts denn nicht irgendwo nen Krieg!?”
so…. The ONE is jetzt sauer, ihr habts geschafft
ja genau, man ist machtlos; aber was will man gegen solche Leute machen, die mit allen Mitteln (und zwar wirklich alle, wie man sieht) versuchen, ihre Meinung an den Mann zu bringen.
Was können wir machen? Eign nur darauf hoffen das nicht wieder iein Irrer ein Schulmassaker anrichtet, was dann auf die Killerspiele geschoben werden kann. Aber wisst ihr was? So boshaft sich das anhört, ich war iwie schon ein bisschen erleichtert bei dem Atentäter in der Universität. Das erste auf das sie es gschoben haben, waren Killerspiele, doch dann, nachdem sie ermittelt haben xD, stellte sich heraus, das der Schüler gar keine hatte…naja, wie oben schon gesagt wurde, inkompitenz..
ach ja, ich danke euch echt für die SUPER recherchierten Artikel, die sind echt super