Outsourcing 13. Juli 2007
Veröffentlicht von the rockSR in : Allgemein , trackback
Die Nachteile der Globalisierung erreichen nun auch die Videospielbranche. Das Next-Gen-Spiel Silent Hill wird nicht von den ursprünglichen Erfindern der Serie entwickelt. Als sei dies nicht schon schlimm genug: die Entwicklung des Titels wechselt nicht japanintern. Stattdessen wird dem Entwicklerstudio The Collective (Buffy the Vampire Slayer, Indiana Jones) eine der wichtigsten Videospielserien Konamis übertragen. Outsourcing in der Videospielbranche nennt man das wohl.
Ob sich diese Entwicklerwahl als cleverer Schachzug oder Flop von Konami erweist, wird sich erst noch herausstellen. Betrachtet man das (seit gefühlten Jahren angekündigtge und noch nicht erschienene) Silent Hill: Origins für PSP vom Entwickler Climax muss man zugeben, dass der Serie der frische Wind eines neuen Entwicklers gut tut - nach einem katastrophalen Silent Hill 4. Climax orientiert sich hinsichtlich des Spielgefühls an Resident Evil 4. Beim ersten Anspielen des Titels war ich daher von der angenehmen Neugestaltung des Kampfsystems überrascht.
Mein größer Zweifel besteht jedoch gegenüber der Atmosphäre eines Silent Hills westlicher Entwickler. Silent Hill: Origins spielte sich auf der Games Convetion 2006 toll - fühlte sich aber nicht wie Silent Hill an. Die einmalig bedrückende und unheimliche Stimmung von Silent Hill 1-3 unterscheidet die Serie von allen anderen Horrortiteln. Ein phänomenales Gegnerdesign, groteske Kameraeinstellungen und eine beklemmende Geschichte prägten die Silent Hill Serie seit dem ersten Teil auf PSone. Die kreativen Köpfe der Konami-Entwicklerstudios in Japan schafften mit Silent Hill ein wahrlich prägendes Videospiel des Genres. Es wird überaus schwer für westliche Entwickler werden, dieses Erlebnis eines japanischen Spiels in seinem Stil zu erhalten. Der subtile und abstrakte Horror darf nicht mit bombastischen Effekten erkauft werden. Silent Hill war aber stets ein japanischer Horrortitel, ein Spiel dessen Herkunft man fühlte. Nun heißt es abwarten ob ein westlicher Entwickler aus Südkalifornien ein japanisches Spiel entwickeln kann - oder ob er aus japanischer Subtilität Hollywood-Bombast werden lässt.
Entwicklerwechsel beobachtet man immer häufiger in der Videospielbranche. Sie sind nicht immer schlecht (Tomb Raider - Crystal Dynamics) doch droht die Gefahr, dass Ziel und Qualität der Spiele, wie einst vom Originalentwickler geplant, nicht mehr erreicht werden (Splinter Cell: Double Agent - Ubi Soft Shanghai).
Kommentare»
Outsourcing ist immer schlecht, genau so wie in der Realen Welt. Ob die Qualität der Spiele beim Outsourcen dann auch wirklich immer leidet ist aber unterschiedlich meiner Meinung nach, das schwankt von Spiel zu Spiel.
Bestes Beispiel für mich bisher dafür wäre, HaloWars. Wird nicht von Bungie.net entwickelt, sondern per Outsourcing von den EsembleStudios.