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Alle Jahre wieder 22. August 2007

Veröffentlicht von the rockSR in : Allgemein , trackback

GC

Die Games Convention erfreut sich im videospielkonservativem Deutschland großer Beliebtheit bei Spielern und Medien. Wenn öffentlich-rechtliche Sender ihre Abscheu und Verachtung gegenüber Videospielern für kurze Zeit ablegen, dann findet gerade die Games Convention in Leipzig statt. Vor dieser großen Messe verschließen sich auch die Massenmedien nicht.

Wo steuert die Games Convention dieses Jahr hin? Wie wirkt sich die Änderung der Videospielesmesseplanung durch Umgestaltung der E3 auf Leipzig aus? Wächst der Einfluss und die Bedeutung der Games Convention in diesem Jahr und für die Zukunft?

Man kann die Entwicklung der Games Convention in den letzten Jahren durchaus als bemerkenswert bezeichnen. Vom einst kleinen Videospielevent in Deutschland, wird die GC dieses Jahr erneut zu einer der bedeutendsten Publikumsmessen weltweit. Jährlich steigen die Besucherzahlen enorm. Die Messe verzeichnet einen Besucheranstieg von 129% seit 2002 (183.000 Besucher im Jahr 2006). Ähnlich schnell wuchs die Zahl der Aussteller auf 375. Kein Wunder, dass der Messestandort Frankfurt auch eine Bewerbung um eine baldige Ausrichtung der Games Convention einreichte. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware dementierte eine Verlagerung der Messe vor 2008 aber umgehend: "Wir sind mit der Games Convention in Leipzig sehr zufrieden und sehen im Augenblick keinen Grund für eine Standortdiskussion. Wir werden unseren bis 2008 laufenden Vertrag in jedem Fall erfüllen und uns zu gegebener Zeit mit der Leipziger Messegesellschaft zusammensetzen, um über die Zukunft unserer Branchenmesse zu sprechen".

Ein Umzug der Messe wäre eine kleine Katastrophe. Weltweit gehört der Veranstaltungsort der Messe doch zum Prestige der Veranstaltung. Die IAA findet in Frankfurt statt, die IFA in Berlin, die CeBIT in Hannover, die Toyko Gameshow in… sparen wir uns das. Nicht anders war in der Videospielbranche Los Angeles bis heute der Messestandort Nummer eins. Eine innerdeutsche Verlagerung schadet der Bekanntheit. "Die Games Convention in Leipzig" ist eine Marke, die dem Messestandort und der Stadt eine weltweite Bekanntheitssteigerung gebracht hat. Es ist einfach großartig (und irgendwie seltsam) wenn man auf Kotaku plötzlich im Juli und August etwas von der deutschen Stadt "Leipzig" liest. Hinter diesem Erfolg steckt harte Arbeit der Messeleitung: Anerkennung in der Industrie, Steigerung der Bekanntheit und das jährliche Gewinnen von immer neuen Ausstellern kommen schließlich nicht aus dem Nichts. Viel Arbeit der Messe Leipzig zur Durchsetzung dieser Ziele war dazu unabdinglich. Die Anerkennung dieser Leistung zeichnet sich weltweit ab: Erstmals findet dieses Jahr eine Games Convention in Singapur mit Unterstützung der Messe Leipzig statt. Ohne Zweifel ist die Etablierung der Games Convention in Leipzig eine moderne deutsche Erfolgsgeschichte.

Wie, um alles in der Welt, kann man nur auf die Idee kommen, diesen Erfolg der Messe zu zerstören? Leipzig war mutig in Deutschland so ein Event zu etablieren, folglich haben sie den Erfolg verdient! In Deutschland kann man die Austragung einer Videospielmesse schon fast als Risikoprojekt bezeichnen. Plötzlich wo der Erfolg da ist und die Überzeugungsarbeit längst geleistet wurde, möchte die Messe Frankfurt (und sicher auch andere Messen) ein Stück vom Kuchen abbekommen. Da hat sich doch tatsächlich im Osten der Republik etwas durchgesetzt und rufe nach einem neuen Messestandort werden laut. Aus Gründen der Bequemlichkeit begrüßen in Internetforen natürlich viele User eine Verlagerung. Tz… warum sollte ich denn nach Leipzig
reisen, wenn ich das vor der Haustür bekomme!
Ich finde das einfach nur sehr, sehr traurig. Zu so einer Diskussion kann es wohl nur in Deutschland kommen. Aber vielleicht verhält es sich in anderen Ländern doch ähnlich und man verlegt die Tokyo Gameshow bald nach Nagano, Osaka oder Sapporo… dann hätte ich mich natürlich getäuscht.

Der Standort Leipzig ist untrennbar mit der Games Convention verbunden und die internationale Anerkennung könnte weiter steigen: Die Umgestaltung der E3 und daraus resultierenden Spaltung der Messe in E3 Media Summit und E for All kann man als positiv wie auch negativ für die Games Convention bezeichnen. Die Neugestaltung führt zum einen dazu, dass die Games Convention die erste große (!) Messe des Jahres ist. Als erstes Event in dieser Größenordung, mit Besucherzahlen weit jenseits der 100.000 steigt die Bekanntheit vor allem in Ausland, weil die Games Convention von einem breiterem und weniger fachspezifischem Publikum wahrgenommen wird.

Jedoch rückt der neue Termin der E3 im Juni näher an die Games Convention heran. Es stellt sich die Frage, wie Entwickler die Bedeutung der Messen betrachten. Nutzt man die Games Convention um einem breiteren (Medien-)Publikum neue Ideen zu zeigen, oder überzeugt man schon während der E3 die Fachpresse mit Neuheiten und wärmt alles noch mal zur Games Convention auf? Eine Entwicklung in beide Richtungen ist möglich und eine Prognose nur schwer zu treffen. Man muss wohl abwarten und beobachten welche Messen die Hersteller in Zukunft fokussieren.

Egal wie sich die Games Convention im Vergleich zur Tokyo Gameshow oder E3 entwickelt, sie bleibt auf jeden Fall die europäische Leitmesse in der Videospielbranche. Der europäische Markt gewinnt bekanntlich immer mehr an Bedeutung (Sony und Nintendo - ihr lernt es auch noch irgendwann). Die Bedeutung für die Industrie macht sich in vielerlei Hinsicht bemerkbar:

 

Die enormen Wachstumszahlen von Ausstellern, Besuchern und Fläche muss man vor diesem Hintergrund wohl kaum noch erwähnen.

Hoffentlich bleibt die Bedeutung der Games Convention auch weiterhin so groß. Dann muss man sich um die erfolgreiche Zukunft dieser tollen Veranstaltung in Deutschland keine Sorgen machen.

Viele Grüße von der Games Convention! Ich hoffe, dass ich irgendwann Zeit finde, die Bilder hochzuladen!

Kommentare»

1. Ghost Raccoon - 22. August 2007

Also ich bin auch dafür, dass die Games Convention ins Zentrum Deutschland verlagert wird. Wie du gesagt hast Rock, hat das Viedeospiel in Deutschland noch nicht so ein tolles “standing”. Eine Verlagerung in die Mitte würde noch mehr besucher und somit mehr Aufmerksamkeit für das Thema bringen.
Und du als Bayern München Fan solltest doch die Vorgehensweise kennen, dass irgendwo in Deutschland etwas gutes herangezogen wird und dann per Transfer und Millionen Ablöse woanders landet ;-)

2. GeneCoon - 22. August 2007

Schöner Bericht rock.
Ich hoffe aber auch noch auf mehr “spielerische” Eindrücke. :)

3. Real BAD dOdO - 22. August 2007

Ja genau, Frankfurt stinkt !
Ich war letztes Jahr auf der GC und dieses Jahr werde ich, wenn auch leider nur einen Tag, wieder da sein. Das Messezentrum in Leipzig ist
wunderschön und der Ostdeutsche Akzent, sowie die Kultur hat so eine gewisse freundlichkeit inne. In Frankfurt würde des ganze wahrscheinlich
total abstumpfen. Und ich persönlich würde dort dann nicht mehr hin-
fahren.

In diesem Sinne…..

4. X-Viper - 25. August 2007

Also ich war dieses Jahr zum ersten Mal auf der GC und muss sagen, dass ich es einfach nur super toll fand.
Ich möchte eigentlich auch gar nicht, dass die GC aus Leipzig verschwindet. Allein das Gelände reicht als Grund. (okay ich weiß nicht wie die anderen Messen aussehen).
Die große Halle in der Mitte ist der Wahnsinn. Die anderen Hallen bieten genug Platz denke ich.
Außerdem gehört für mich zum Namen Games Convention auch der Name und die Stadt Leipzig. Das passt einfach super gut.
Warum dann also verlagern? Ich denke da geht ein bisschen von der Atmosphäre flöten. Außerdem ist der Weg nach Frankfurt von Osnabrück aus genauso weit, jedoch sind die Autobahnen dort hin viel voller.

so far

X-Viper

Pro GC in Leipzig!


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